Die Kunst der Aborigines war schon immer eine lebendige Tradition, die sich mit den Menschen, die sie schaffen, weiterentwickelt hat. Die sogenannte zeitgenössische Kunst der Aborigines greift auf dieselben Geschichten, Symbole und die gleiche Verbundenheit zum Land zurück, die seit Zehntausenden von Jahren zum Ausdruck kommen, nun aber mit neuen Materialien umgesetzt und ein neues Publikum erreicht wird.
Die Papunya Tula Bewegung
Der entscheidende Moment kam 1971/72, als eine Gruppe von Luritja- und Pintupi-Männern in Papunya, westlich von Alice Springs, auf Anregung des Kunstlehrers Geoffrey Bardon begannen, traditionelle Muster auf Bretter und Leinwände zu malen. Papunya Tula Artists wurde 1972 gegründet und war damit das erste Kunstunternehmen in Australien, das sich im Besitz von Aborigines befand. Der aus dieser Bewegung hervorgegangene Punktmalerei-Stil ist heute weltweit bekannt, doch damals verkörperte er etwas Unmittelbareres: eine Möglichkeit, heiliges Wissen in eine Form zu bringen, die geteilt werden konnte, ohne das Verborgene preiszugeben.
Verschiedene Praktiken in ganz Australien
Die zeitgenössische Kunst der Aborigines ist so vielfältig wie die Gemeinschaften, aus denen sie stammt. Die Yolngu-Künstler des Arnhem-Landes sind bekannt für ihre Rindenmalerei und Rarrk, die feine Kreuzschraffurtechnik, mit der Ahnenwesen und Clan-Symbole dargestellt werden. Künstler der Zentralwüste entwickeln die Traditionen der Punkt- und Grundmalerei weiter, die durch Papunya Tula internationale Bekanntheit erlangten. In der Kimberley-Region trägt die Ockermalerei auf Leinwand die unverwechselbare Farbpalette der östlichen Kimberley-Region in sich. Urbane Aborigine-Künstler arbeiten mit Malerei, Fotografie, Druckgrafik, Video und Installationen und setzen sich oft direkt mit Fragen der Identität, der Souveränität und der Geschichte auseinander.
Ethisches Sammeln
Der Markt für indigene Kunst hat eine problematische Geschichte der Ausbeutung. Werke wurden unter Druck geschaffen oder über Zwischenhändler verkauft, die den Großteil des Erlöses einstrichen. Der direkte Kauf bei gemeinschaftlich betriebenen Kunstzentren oder Galerien, die ausschließlich mit diesen Zentren zusammenarbeiten, ist der sicherste Weg, um eine faire Bezahlung der Künstler und die Achtung ihrer kulturellen Rechte zu gewährleisten. Jedes dieser Kunstzentren gehört den Künstlern und wird von ihnen betrieben; die Einnahmen aus Käufen fließen direkt in die Gemeinschaft zurück.
ART ARK® arbeitet ausschließlich mit Kunstzentren indigener Gemeinschaften in abgelegenen Gebieten zusammen. Jedes Werk der Kollektion stammt direkt von dem Zentrum, das den jeweiligen Künstler vertritt.
Eine fortwährende Tradition
Zeitgenössische Kunst der Aborigines ist kein Bruch mit der Tradition – sie ist die Tradition, die sich immer wieder neu ausdrückt. Die Geschichten, die heute gemalt, geschnitzt und gewebt werden, sind dieselben, die diese Gemeinschaften seit Generationen prägen. Materialien und Publikum haben sich verändert; die Verbundenheit zum Land ist geblieben.