Bula'Bula Arts, Ramingining, Zentral-Arnhemland. Foto: Bula'Bula Arts
Bula'Bula Arts, Ramingining, Zentral-Arnhem-Land, Nordterritorium
Als Australien 1966 das Dezimalsystem einführte, stammte das zentrale Bild der neuen Ein-Dollar-Note von einer Rindenmalerei David Malangis, eines angesehenen Yolngu-Künstlers aus Ramingining. Die Zentralbank hatte ihn nicht um Erlaubnis gefragt. Als Malangi die Note schließlich sah, führte der daraus resultierende Urheberrechtsstreit zur ersten formellen Anerkennung des Urheberrechts an indigener Kunst in Australien. Malangi malte bereits seit den späten 1950er Jahren und war 1979 Gründungsmitglied des Ramingining Arts and Crafts Centre, der späteren Bula'Bula Arts Aboriginal Corporation, die 1989 offiziell eingetragen wurde. Der Name Bula'Bula bezieht sich auf die Stimme Gandayalas (des Roten Riesenkängurus). Die Schöpfung stammt aus Ramingining, dessen Traumzeitlinie vom Roper River bis zu dieser Gemeinde am Rande des Arafura-Sumpfes, 560 km östlich von Darwin, verläuft.
Bula'Bula Arts gehört rund 150 Künstlerinnen und Künstlern, die in Ramingining und elf umliegenden Außenstationen leben. 1988 entwarf der Kunstberater Djon Mundine das Aboriginal Memorial, das von 43 Bula'Bula-Künstlern anlässlich des australischen Zweihundertjahrjubiläums geschaffen wurde: 200 verzierte, ausgehöhlte Baumstammsärge (Dupun) zum Gedenken an alle indigenen Australier, die seit 1788 bei der Verteidigung ihres Landes gefallen sind. Das Denkmal wurde 1988 auf der Biennale von Sydney ausgestellt und ist heute in der National Gallery of Australia dauerhaft zu sehen. George Milpurrurru und Malangi gehörten zu den wichtigsten Künstlern; beide hatten bereits 1979 an der Biennale von Sydney teilgenommen, die die Rindenmalerei von Ramingining erstmals landesweit bekannt machte. Heute ist das Zentrum insbesondere für seine Pandanusfaserweberei bekannt, wobei Weberinnen wie Mary Dhalapany (Zwillingsschwester des Schauspielers David Gulpilil) und Evonne Munuyngu zu den bekanntesten zählen. Zu den Kunstformen gehören Rindenmalerei, Leinwandmalerei, Bildhauerei, das Schnitzen hohler Baumstämme, Faser-Kunst, Druckgrafik und Zeremonialgegenstände.
Bula'Bula Arts auf einen Blick
- Lage: Ramingining, Zentral-Arnhem-Land, Northern Territory, ca. 560 km östlich von Darwin
- Sprachgruppen: Djambarrpuyngu (Hauptsprache), Dhuwala, Dhany'yi, Gupapuyngu, Ganalbingu, Liyagalawumirr, Djinang und andere
- Gegründet: 1979 als Ramingining Arts and Crafts; eingetragen als Bula'Bula Arts Aboriginal Corporation 1989
- Kunstformen: Rindenmalerei, Leinwandmalerei, Weberei aus Pandanusfasern, Holzskulptur, Schnitzerei aus hohlen Baumstämmen, Drucke, Zeremonialgegenstände
- Bemerkenswerte Werke: Das Aboriginal Memorial (1988), 200 hohle Baumstamm-Särge, National Gallery of Australia; David Malangis Rindenmalerei auf der originalen australischen Ein-Dollar-Note
- Bemerkenswerte Künstler: David Malangi (1927–1999), George Milpurrurru, Philip Gudthaykudthay, Mary Dhalapany, Evonne Munuyngu
- Anreise: Ramingining ist über die Straße (Allradantrieb empfohlen, nur in der Trockenzeit) oder per Flugzeug erreichbar; eine Einreisegenehmigung für Arnhem Land ist erforderlich.