Emma Nangari Roepke wurde in Port Augusta, Südaustralien, als Tochter einer Pitantjatjara-Ngaanatjarra-Mutter und eines deutschen Vaters geboren. Sie wuchs in Whyalla auf und besuchte dort die Schule, doch ihre Familie reiste regelmäßig nach Ntaria (Hermannsburg, Northern Territory), um Verwandte zu besuchen.
Emma hatte in ihrer Kindheit Schwierigkeiten, ihre Identität in einer Welt zu finden, in der sie sich keiner der beiden Kulturen zugehörig fühlte; es fiel ihr schwer, eine Verbindung zu ihren Vorfahren herzustellen, obwohl ihre Familie in Ntaria (Hermannsburg), insbesondere ihr Großvater, sich bei ihren Besuchen große Mühe gaben, ihr die traditionelle Kultur näherzubringen, fühlte sie sich dennoch von den Traditionen und von ihrem mütterlichen Heimatland entfremdet.
Die zufällige Entdeckung der Malerei vor einigen Jahren hat ihr nach und nach geholfen, ihre Geschichte und ihren Weg durch zwei verschiedene Kulturen zu verstehen. Sie begann, sich mit Gemälden und Traumdeutungen ihrer Familie und ihres Heimatlandes auseinanderzusetzen. Dann richtete sich ihr Blick allmählich auf das Land, das sie geprägt hat, auf die Muster und Farben der Landschaft, die zu ihrer Heimat geworden ist: Alice Springs. Die Malerei hat ihr geholfen, sich wieder mit ihrer traditionellen Kultur zu verbinden und ihren Blick auf sich selbst in einer Gesellschaft zu erweitern, in der sich Traditionen ständig wandeln.
Ihre Gemälde sind detailreich und reich an Farben und Texturen. Sie studiert Landkarten und Luftaufnahmen der Landschaft aus dem Heimatland ihrer Mutter sowie des Landes, in dem sie heute lebt (Alice Springs). Emma betrachtet die jahreszeitlichen Farbveränderungen, die Tiere und Pflanzen, die zu ihrer neuen Heimat gehören, und hat so ihre eigene Geschichte geschaffen – eine Geschichte, die verschiedene Kulturen und Traditionen miteinander verwebt.