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Rover Thomas war ein einflussreicher Künstler

Thomas' unverwechselbarer Stil prägte die zeitgenössische Aborigine-Kunst. Seine Gemälde, die eng mit dem traditionellen Wissen und der Kultur verbunden sind, spielten eine wichtige Rolle bei der Bewahrung des Erbes des Gija-Volkes und revolutionierten gleichzeitig die Wahrnehmung der indigenen Kunst.

Thomas wurde 1926 in der Nähe von Gunawaggi geboren und wuchs in den Traditionen und dem Wissen seiner Vorfahren auf. Seine Kunst wurde von den mündlichen Überlieferungen und der Mythologie seiner totemistischen Vorfahren beeinflusst. In seinen Gemälden beschäftigte er sich mit Themen wie kulturellem Wandel, Vertreibung, Konflikten mit weißen Siedlern und der Widerstandsfähigkeit seines Volkes.

Thomas begann erst später im Leben mit dem Malen. Seine künstlerische Reise begann 1980, nachdem ihn eine Vision dazu inspiriert hatte, Gemälde für die Krill-Krill-Zeremonie zu schaffen. Seine ersten Werke malte er auf Holztafeln und war integraler Bestandteil der Zeremonie. Sie zeigten heilige Symbole, die für ihre Durchführung wesentlich waren. Im Laufe der Zeit entwickelte sich sein Stil zu einer unverwechselbaren Darstellung der Landschaft als sowohl physischer Ort als auch spiritueller Bereich. Seine Werke, die oft luftige, kartenähnliche Perspektiven darstellen, die mit symbolischen Bildern geschmückt sind, spiegeln seine tiefe Verbundenheit mit dem Land wider.

In den Anfangsjahren bezog Thomas seine Pigmente direkt aus der Natur, was zu reich strukturierten, leuchtenden Oberflächen führte. Diese frühen Arbeiten wiesen jedoch Stabilitätsprobleme auf, da sich die Pigmente oft von der Oberfläche lösten. Dieses Problem wurde später durch die Einführung wasserlöslicher Pigmente gelöst, die die Haftung und Haltbarkeit verbesserten und es ihm ermöglichten, die erdigen Ockertöne und matten Oberflächen zu erzielen, die er sich wünschte.

Sein künstlerischer Durchbruch kam in den 1980er Jahren, als seine Gemälde nationale und internationale Anerkennung fanden. Seine täuschend einfachen, aber zutiefst kraftvollen Werke brachten eine modernistische, abstrakte Sensibilität in die Aborigine-Kunst und interpretierten die traditionellen Erzähltechniken der Kimberley-Region neu.


Verwüstung durch Zyklon Tracy in Darwin Verwüstung durch Zyklon Tracy, Darwin, 1974

Gemälde des Zyklons Tracy des Aborigine-Künstlers Rover Thomas, 1991 Zyklon Tracy, © Rover Thomas, 1991



Ein großes Ereignis, das Thomas und andere Aborigine-Künstler dieser Zeit beeinflusste, war der Zyklon Tracy im Jahr 1974. Der Sturm verwüstete Darwin, zerstörte über 70 Prozent der Stadt und zwang Tausende Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Für die Ureinwohner der Kimberley symbolisierte Darwin die europäische Kultur, und der Zyklon wurde als Warnung der Geister der Vorfahren interpretiert, an ihren Traditionen festzuhalten. Als Reaktion darauf wurden öffentliche Zeremonien abgehalten, um zu zeigen, dass ihre Sprache und Bräuche trotz der Zerstörung intakt geblieben waren. Dieses Ereignis inspirierte auch eine Welle von Kunstwerken, die Themen wie Widerstandsfähigkeit und kulturelle Stärke widerspiegelten.

In dieser Zeit schuf Thomas Werke, die historische Ereignisse dokumentierten, darunter Grenzkonflikte und die Zwangsumsiedlung der Aborigines. Seine Gemälde, wie Ruby Plains Massacre und Camp at Mistake Creek, sind visuelle Zeugnisse dieser tragischen Momente der Geschichte.



Rover Thomas, Ruby Plains Massaker 1, 1985

Ruby-Plains-Massaker 1, © Rover Thomas, 1985



Thomas' Vermächtnis reichte über seine eigene Arbeit hinaus und beeinflusste viele Künstler aus East Kimberley, darunter Queenie McKenzie, Freddie Timms und Paddy Bedford. Seine Fähigkeit, traditionelles Geschichtenerzählen mit modernem künstlerischem Ausdruck zu verbinden, machte ihn zu einem wichtigen Innovator der australischen Aborigine-Kunst.

1990 war Thomas einer der ersten Aborigine-Künstler, die Australien auf der Biennale in Venedig vertraten. Dies war ein Meilenstein, der die zunehmende Anerkennung der Aborigine-Kunst auf der Weltbühne symbolisierte. Seine Arbeit wurde sogar mit der des abstrakten Expressionisten Mark Rothko verglichen. Als Thomas Rothkos Gemälde in der National Gallery betrachtete, sagte er: „Dieser Mistkerl malt wie ich!“



Two Men Dreaming vom Aborigine-Künstler Rover Thomas, 1985

Zwei träumende Männer, © Rover Thomas, 1985

Gemälde von Mark Rothko, Hellrot über Schwarz 1957

Hellrot über Schwarz, © Mark Rothko, 1957



Sein Erbe

Seine Arbeit wird weiterhin für ihre kraftvolle Einfachheit und kulturelle Tiefe bewundert. Heute ist Rover Thomas nach wie vor eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der australischen Aborigine-Kunst, und sein Erbe wird von Generationen von Künstlern aus der Kimberley-Region weitergetragen.